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Brandschutz bei VHF-Fassaden: Worauf es wirklich ankommt
Die vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF) ist aus gutem Grund eine der beliebtesten Fassadenkonstruktionen: Sie schützt die Dämmung vor Witterung, ermöglicht einen effizienten Feuchtiglkeitslabtransport und bietet gestalterische Freiheit. Genau diese Luftschicht zwischen Dämmung und Verkleidung stellt beim Brandlschutz aber auch die zentrale Herausforderung dar.
Der Kamineffekt: das spezifische Risiko der VHF
Kommt es in der Hinterlüftungsebene zu einem Brand, kann die Luftschicht wie ein Kamin wirken: Sie beschleunigt den Luftzug und lässt Flammen deutlich schneller nach oben ziehen, als es bei einer massiven, ungehinterlüfteten Konstruktion der Fall wäre. Ein Feuer, das eigentlich lokal begrenzt bleiben könnte, breitet sich so unter Umständen über mehrere Geschosse aus.
Mehr dazu: Warum ist Brandschutz so wichtig?
Warum das Einzelmaterial allein nicht ausreicht
Ein Fassadenmaterial kann für sich genommen eine hervorragende Brandschutzklassifizierung haben – entscheidend für die VHF ist aber das Zusammenspiel aller Komponenten: Fassadenmaterial, Dämmung, Unterkonstruktion, Dimensionierung und Verbindungstechnik. Deshalb reicht die reine Materialprüfung (z. B. per SBI-Test) bei VHF-Konstruktionen nicht aus.
Mehr dazu: [SBI-Test erklärt]
Der BS8414-Großbrandtest
Der BS8414-Test bildet genau dieses Systemverhalten ab: Ein vollständiger Fassadenausschnitt im Maßstab 1:1 wird über mehrere Geschosse befeuert, um zu prüfen, ob sich Flammen über die Hinterlüftungsebene ausbreiten und ob kritische Temperaturen in den oberen Geschossen erreicht werden. Der Test ist damit deutlich aussagekräftiger für VHF-Systeme als eine reine Materialprüfung.
Unsere Empfehlung für brandsichere VHF-Konstruktionen
Für eine brandsichere vorgehängte, hinterlüftete Fassade empfehlen wir ALUCOBOND® PLUS (EN-Klasse B-s1, d0) oder ALUCOBOND® A2 (EN-Klasse A2-s1, d0), jeweils in Kombination mit nicht brennbarer mineralischer Dämmung. Diese Kombination wurde in vier BS8414-Großbrandtests des BRE Ende 2016 und Anfang 2017 geprüft, zeigte keine Flammenausbreitung oder kritische Temperaturerhöhung und übertrifft damit die Anforderungskriterien nach BR135.
Wir arbeiten zudem mit nationalen Behörden sowie auf europäischer Ebene zusammen, um den Brandschutz für Gebäude kontinuierlich zu verbessern, und bieten ein umfassendes Schulungskonzept zum Brandschutz an Fassaden an. Sprechen Sie uns bei Interesse gerne an.
Zu den [Systemlösungen mit ALUCOBOND® für optimalen Brandschutz]
FAQ
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Kamineffekt bei einer VHF?
Kommt es in der Hinterlüftungsebene hinter der Fassadenverkleidung zu einem Brand, kann die Luftschicht wie ein Kamin wirken und Flammen deutlich schneller nach oben ziehen lassen, als es bei eine nicht hinterlüfteten Konstruktion der Fall wäre.
Reicht ein gutes Fassadenmaterial allein für sicheren Brandschutz bei VHF?
Nein. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Fassadenmaterial, Dämmung, Unterkonstruktion und Verbindungstechnik als Gesamtsystem – nicht nur die Klassifizierung des Einzelmaterials.
Was prüft der BS8414-Großbrandtest genau?
Ein vollständiger Fassadenausschnitt im Maßstab 1:1 wird über mehrere Geschosse befeuert, um Flammenausbreitung über die Hinterlüftungsebene und kritische Temperaturen in oberen Geschossen zu prüfen.
Welche ALUCOBOND®-Lösung empfehlen Sie für VHF-Konstruktionen?
ALUCOBOND® PLUS (B-s1,d0) oder ALUCOBOND® A2 (A2-s1,d0), jeweils in Kombination mit nicht brennbarer mineralischer Dämmung – geprüft in vier BS8414-Großbrandtests des BRE.