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SBI-Test erklärt: Wie das Brand­verhalten von Fassaden­material geprüft wird

Die Klassifizierung eines Bau­stoffs nach EN 13501-1 – etwa als „A2-s1,d0" oder „B-s1,d0" – basiert auf konkreten, standardisierten Prüfverfahren. Für die meisten Bau­stoffe ist der SBI-Test (Single Burning Item) das zentrale Prüfverfahren.

SBI-Test erklärt 3A Composites GmbH
Canary Wharf, UK // © Richard Gooding

Was wird beim SBI-Test geprüft?

Beim SBI-Test wird ein Bauteil in einem genormten Prüf­aufbau einer definierten Flammen­quelle ausgesetzt – vergleichbar mit einem brennenden Papier­korb oder ähnlichen kleineren Zünd­quellen, wie sie in der Realität vorkommen können. Gemessen werden dabei insbesondere:

  • Wärmefreisetzung (Heat Release Rate) – wie viel Energie das Material beim Brennen freisetzt
  • Rauchentwicklung – Menge und Geschwindig­keit der Rauchbildung
  • Flammenausbreitung – wie schnell und wie weit sich das Feuer über die Prüffläche ausbreitet
  • Brennendes Abtropfen – ob sich brennende Partikel vom Material lösen

Wie fließt das Ergebnis in die Klassifizierung ein?

Die Messwerte aus dem SBI-Test werden in die drei Bestand­teile der EN-13501-1-Klassifizierung übersetzt: die Baustoff­klasse (z. B. A2 oder B), die Rauch­klasse (s1–s3) und das Abtropfverhalten (d0–d2).

Mehr dazu: Was bedeutet „A2-s1,d0"?

 

SBI-Test vs. Großbrandtest (BS8414)

Der SBI-Test bewertet das Verhalten eines einzelnen Bauteils unter Laborbedingungen. Für vorgehängte, hinter­lüftete Fassaden reicht das allein nicht aus, da hier auch die Luft­schicht hinter der Verkleidung und der sogenannte Kamin­effekt eine Rolle spielen. Deshalb ergänzen Großbrand­tests wie BS8414, bei denen das komplette Fassaden­system – Material, Dämmung, Unter­konstruktion – in einem realitäts­nahen Maß­stab geprüft wird.

Mehr dazu: Brandschutz bei VHF-Fassaden

Wie ALUCOBOND® geprüft ist

Unser Fassadenmaterial ALUCOBOND® ist nach EN 13501-1 „Reaction to fire" geprüft – dieser Test bezieht sich auf die Leistung und Sicher­heit des Produkts, wie es als System installiert worden wäre. Zusätzlich wurde die Kombination aus ALUCOBOND® A2 und nicht brenn­barer mineralischer Dämmung in vier BS8414-Großbrand­tests des BRE geprüft und übertrifft dabei die Anforderungskriterien nach BR135.

Zum Übersichtsartikel: [Brandschutz bei Fassaden: A2, B1 & VHF – Der ALUCOBOND®-Leitfaden]

FAQ

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen dem SBI-Test und einem Großbrandtest?

Der SBI-Test prüft ein einzelnes Bauteil unter Laborbedingungen. Ein Großbrandtest wie BS8414 prüft dagegen das komplette Fassaden­system im realitäts­nahen Maßstab – inklusive Dämmung, Unter­konstruktion und Hinter­lüftungsebene. Mehr dazu in Brandschutz bei VHF-Fassaden.

Welche Messgrößen fließen in das SBI-Ergebnis ein?

Wärmefreisetzung, Rauch­entwicklung, Flammen­ausbreitung und brennendes Abtropfen. Aus diesen Werten ergeben sich die drei Bestand­teile der EN-13501-1-Klassifizierung: Baustoff­klasse, Rauch­klasse und Abtropfverhalten.

Reicht der SBI-Test für vorgehängte, hinterlüftete Fassaden aus?

Nein, nicht allein. Da bei dieser Konstruktion auch der Kamin­effekt in der Hinterlüftungs­ebene eine Rolle spielt, wird zusätzlich ein Groß­brandtest wie BS8414 auf Systemebene benötigt.

Wie ist ALUCOBOND® geprüft?

Nach EN 13501-1 „Reaction to fire" sowie – in Kombination mit nicht brennbarer mineralischer Dämmung – in vier BS8414-Großbrand­tests des BRE, mit Ergebnissen oberhalb der Anforderungs­kriterien nach BR135.

 

SBI-Test erklärt 3A Composites GmbH

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SBI-Test erklärt 3A Composites GmbH
Bauhaus, Germany // © Stefan Müller

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