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SBI-Test erklärt: Wie das Brandverhalten von Fassadenmaterial geprüft wird
Die Klassifizierung eines Baustoffs nach EN 13501-1 – etwa als „A2-s1,d0" oder „B-s1,d0" – basiert auf konkreten, standardisierten Prüfverfahren. Für die meisten Baustoffe ist der SBI-Test (Single Burning Item) das zentrale Prüfverfahren.
Was wird beim SBI-Test geprüft?
Beim SBI-Test wird ein Bauteil in einem genormten Prüfaufbau einer definierten Flammenquelle ausgesetzt – vergleichbar mit einem brennenden Papierkorb oder ähnlichen kleineren Zündquellen, wie sie in der Realität vorkommen können. Gemessen werden dabei insbesondere:
- Wärmefreisetzung (Heat Release Rate) – wie viel Energie das Material beim Brennen freisetzt
- Rauchentwicklung – Menge und Geschwindigkeit der Rauchbildung
- Flammenausbreitung – wie schnell und wie weit sich das Feuer über die Prüffläche ausbreitet
- Brennendes Abtropfen – ob sich brennende Partikel vom Material lösen
Wie fließt das Ergebnis in die Klassifizierung ein?
Die Messwerte aus dem SBI-Test werden in die drei Bestandteile der EN-13501-1-Klassifizierung übersetzt: die Baustoffklasse (z. B. A2 oder B), die Rauchklasse (s1–s3) und das Abtropfverhalten (d0–d2).
Mehr dazu: Was bedeutet „A2-s1,d0"?
SBI-Test vs. Großbrandtest (BS8414)
Der SBI-Test bewertet das Verhalten eines einzelnen Bauteils unter Laborbedingungen. Für vorgehängte, hinterlüftete Fassaden reicht das allein nicht aus, da hier auch die Luftschicht hinter der Verkleidung und der sogenannte Kamineffekt eine Rolle spielen. Deshalb ergänzen Großbrandtests wie BS8414, bei denen das komplette Fassadensystem – Material, Dämmung, Unterkonstruktion – in einem realitätsnahen Maßstab geprüft wird.
Mehr dazu: Brandschutz bei VHF-Fassaden
Wie ALUCOBOND® geprüft ist
Unser Fassadenmaterial ALUCOBOND® ist nach EN 13501-1 „Reaction to fire" geprüft – dieser Test bezieht sich auf die Leistung und Sicherheit des Produkts, wie es als System installiert worden wäre. Zusätzlich wurde die Kombination aus ALUCOBOND® A2 und nicht brennbarer mineralischer Dämmung in vier BS8414-Großbrandtests des BRE geprüft und übertrifft dabei die Anforderungskriterien nach BR135.
Zum Übersichtsartikel: [Brandschutz bei Fassaden: A2, B1 & VHF – Der ALUCOBOND®-Leitfaden]
FAQ
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen dem SBI-Test und einem Großbrandtest?
Der SBI-Test prüft ein einzelnes Bauteil unter Laborbedingungen. Ein Großbrandtest wie BS8414 prüft dagegen das komplette Fassadensystem im realitätsnahen Maßstab – inklusive Dämmung, Unterkonstruktion und Hinterlüftungsebene. Mehr dazu in Brandschutz bei VHF-Fassaden.
Welche Messgrößen fließen in das SBI-Ergebnis ein?
Wärmefreisetzung, Rauchentwicklung, Flammenausbreitung und brennendes Abtropfen. Aus diesen Werten ergeben sich die drei Bestandteile der EN-13501-1-Klassifizierung: Baustoffklasse, Rauchklasse und Abtropfverhalten.
Reicht der SBI-Test für vorgehängte, hinterlüftete Fassaden aus?
Nein, nicht allein. Da bei dieser Konstruktion auch der Kamineffekt in der Hinterlüftungsebene eine Rolle spielt, wird zusätzlich ein Großbrandtest wie BS8414 auf Systemebene benötigt.
Wie ist ALUCOBOND® geprüft?
Nach EN 13501-1 „Reaction to fire" sowie – in Kombination mit nicht brennbarer mineralischer Dämmung – in vier BS8414-Großbrandtests des BRE, mit Ergebnissen oberhalb der Anforderungskriterien nach BR135.