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Was bedeutet „A2-s1,d0" bei Fassadenplatten?
Wer sich mit Brandschutz an Fassaden beschäftigt, stößt fast zwangsläufig auf die Bezeichnung „A2-s1,d0". Sie wirkt auf den ersten Blick kryptisch, steckt aber eine klare, europaweit einheitliche Aussage über das Brandverhalten eines Baustoffs dahinter.
Die Klassifizierung im Detail
Die Bezeichnung setzt sich nach EN 13501-1 aus drei Bestandteilen zusammen:
A2 – die Baustoffklasse.
Sie beschreibt einen nahezu nicht brennbaren Werkstoff, der nur sehr begrenzt zur Brandlast beiträgt. Nur die Klasse A1 (vollständig nicht brennbar, z. B. Naturstein oder Metall ohne organische Anteile) liegt darüber.
s1 – die Rauchentwicklung („smoke").
Das steht für die geringste Klasse: sehr wenig und sehr langsam entwickelter Rauch.
d0 – das Abtropfverhalten („droplets").
Es bedeutet, dass keine brennenden Tropfen oder Partikel abfallen, die ein Feuer zusätzlich weiterverbreiten könnten.
In Kombination beschreibt „A2-s1,d0" damit die höchste praktisch erreichbare Sicherheitsstufe für Verbundwerkstoffe: nicht brennbar, kaum Rauch, kein brennendes Abtropfen.
Wie wird das geprüft?
Die Einstufung erfolgt über genormte Prüfverfahren, unter anderem den SBI-Test (Single Burning Item), bei dem ein Bauteil unter realitätsnahen Bedingungen befeuert und Wärmefreisetzung, Rauchentwicklung und Flammenausbreitung gemessen werden.
Mehr dazu: [SBI-Test erklärt]
Warum das für Ihre Projektplanung relevant ist
Viele Bauvorschriften – insbesondere bei Hochhäusern, Versammlungsstätten oder Gebäuden mit hoher Personendichte – verlangen ausdrücklich Baustoffe der Klasse A2. Ein Material, das „nur" B1/B-s1,d0 (schwer entflammbar) erreicht, reicht in diesen Fällen nicht aus. Wer frühzeitig weiß, welche Klasse für ein Projekt gefordert ist, vermeidet teure Nachplanungen.
Mehr dazu: [B1 vs. A2 – was benötigt man wirklich?] und [Hochhaus-Fassaden: Anforderungen & Lösungen]
ALUCOBOND® A2 – geprüft nach höchstem Standard
ALUCOBOND® A2 erreicht die Klasse A2-s1,d0 mit einem mineralischen Kern und ist damit für Projekte mit den höchsten Brandschutzanforderungen geeignet. In Kombination mit nicht brennbarer mineralischer Dämmung wurde das System zusätzlich in vier BS8414-Großbrandtests des BRE geprüft. Sprechen Sie uns gerne an, wenn Sie wissen möchten, welche Klassifizierung für Ihr Projekt die richtige ist.
Mehr dazu: [Feuerfeste Platten mit höchster Brandklasse A2-s1,d0]
FAQ
Häufig gestellte Fragen
Ist A2 dasselbe wie „nicht brennbar"?
A2-s1,d0 gilt umgangssprachlich als „nicht brennbar", ist aber technisch die zweithöchste Klasse. Die einzige noch strengere Klasse, A1, ist vollständig nicht brennbaren Materialien wie Naturstein oder Metall ohne organische Anteile vorbehalten.
Reicht A2 für jedes Gebäude, oder brauche ich mehr?
Für die allermeisten Bauvorhaben ist A2-s1,d0 die höchste praktisch relevante und geforderte Klasse für Verbundwerkstoffe. Details zur konkreten Anforderung Ihres Projekts finden Sie unter [Hochhaus-Fassaden: Anforderungen & Lösungen].
Wie unterscheidet sich A2 von B1?
B1 (bzw. B-s1,d0) bedeutet schwer entflammbar, ist aber brennbar. A2-s1,d0 ist eine Klasse strenger: nahezu nicht brennbar. Mehr dazu in [B1 vs. A2 – was benötigt man wirklich]?
Womit wird A2-s1,d0 nachgewiesen?
Über genormte Prüfverfahren wie den SBI-Test nach EN 13501-1. Details dazu in [SBI-Test erklärt].